Strom sparen Computer




Energie sparen
Wie viel Strom Computer fressen
Auf Stromrechnungen macht der Energieverbrauch von Notebook und PC auf den ersten Blick nicht so viel aus. Doch Studien belegen, dass es vor allem die Masse der Computer und deren Dauerbetrieb sind, die Strom verschwenden.

In Deutschland entfallen im Jahr 2010 mehr als zehn Prozent des Stromverbrauchs auf IT und Kommunikationstechnik, heißt es im jüngsten Umweltbericht des Bundesumweltministeriums. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will EU-weit Mindeststandards durchsetzen, um in diesem Produktbereich Energie zu sparen.

Das Sparpotenzial ist enorm. Japanische Experten haben berechnet, dass sich mit energieeffizienten Computern bis zu 83 Prozent des bisherigen Strombedarfs einsparen ließen. Japan setzt künftig ähnlich wie die EU auf Mindeststandards für elektrisch betriebene Produkte. Schlagworte
Computer Öko-Label Stromverbrauch Energie sparen Der durchschnittliche Verbrauch von handelsüblichen PC und Notebooks macht einen Bruchteil der jährlichen Stromrechnung von Privathaushalten aus. Laut einer Studie im Auftrag des Umweltbundesministeriums, die WELT ONLINE auszugsweise vorliegt, fressen Desktop-Computer bei einem Preis von 19,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und einem Verbrauch von etwa 70 kWh jährlich für knapp 14 Euro Energie. Notebooks liegen demnach bei knapp sechs Euro.
Mehrere Kraftwerke könnten abgeschaltet werden
Doch in der Gesamtschau wird deutlich, wo sich sparen lässt: Bei mehr als 30 Millionen Computern in Deutschland summiert sich der jährliche Verbrauch laut der Studie allein im Stand-by-Betrieb (Bereitschaft) und auf Schein-Aus – das Netzteil verbraucht weiterhin Strom – auf fast 1200 Gigawattstunden. Die „tageszeitung“ zitiert in ihrer Ausgabe vom 14. März eine Untersuchung der Universität von San Francisco, nach der vor allem der Dauerbetrieb in Rechenzentren zu Lasten der Umwelt geht. Dafür müssten weltweit 14 Kraftwerke mit je 1000 Megawatt Leistung laufen, heißt es. Würden allein in Deutschland sämtliche Haushalts- und Bürogeräte nicht mehr auf Stand-by oder durch Netzteile im Dauerbetrieb Strom verschwenden, ließen sich laut der Studie zwischen 9000 und 11.000 GWh einsparen. Zum Vergleich: Die beiden Blöcke des umstrittenen Atomkraftwerks Biblis am Rhein produzieren zusammen.